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Samstag, 6. März 2010

Goodbye Belfast!

Hallo meine Lieben,
da melde ich mich mal wieder. Ja ich bin wieder zu Hause beim A angelangt und das sogar schon seit Weihnachten. Allerdings war ich so traurig darüber, dass mein Auslandssemester vorbei ist, dass ich keine Motivation hatte diesen Blog, der mich durch meine 3 monatige Zeit in Belfast begleitet hat zu beenden.
Nun hatte ich jedoch 3 Monate Zeit mich von meine Lethargie zu befreien und gehe wieder motiviert dazu über euch auf meinem Blog auf dem Laufenden über mich zu halten. Anders gesagt: ich verabscheide mich von euch, um euch wieder auf Schuhtick begrüßen zu können.
Vorher möchte ich euch aber noch kurz berichten, wie meine Zeit in Belfast zu Ende ging und wie es mir wieder in Oberndorf bzw. Aistaig angelangt, geht.

1. Ich habe in Stranmillis bei Panto (eine Art Comedy Musical) als Tänzerin mitgemacht und meine letzten 2 Wochen waren deshalb von Theateratmosphäre, wenig Schlaf, viel Makeup und Applaus geprägt. Vermißt habe ich in dieser Zeit meine lieben Razzies und Abende in der Unibar bei Greg, meinem irischen Lieblings-Barmann.




2. Christof hat seinen Geburtstag in Stran gefeiert und anschliesend mit mir zusammen Dublin und seine Interrail Bekanntschaften besucht. Wenn ihr mehr dazu erfahren wollt, könnt ihr dies hier: Christofs Geburtstag und Dublin. Hier noch ein paar Erinnerungsfotos:
 

3. Ich habe viele schöne Nachmittage und Abende mit meinen Razzies in verschiedenen Pubs und Cafés verbracht und davon haben es mir besonders 2 angetan: Sinamon und Muriel's Cafè.




4. Schneller als gedacht kam der traurige Abscheid von Belfast, den Razzies und all den netten Menschen, die ich in Stranmillis kennen gelernt habe. Zuletzt der Flug, den ich trotz Schneechaos gut überstanden habe, jedoch ohne Gepäck angekommen bin. Glücklicherweise kam dieses 3 Tage später, zwar nicht ganz unbeschadet aber vollständig bei mir an.

5. Gefolgt wurde meine Ankunft im verschneiten Deutschland von Weihnachten mit vielen Geschenken, leckerem Essen und meiner Familie, die ich doch ganz schön vermißt hatte.

6. Das neue Jahre startete ich, wie Katharina (Razzie aus Österreich) versprochen, im neuerworbenen Belfast-Kleid und roter Unterwäsche, die angeblich Glück bringen soll (und bisher kann ich mich nicht beklagen).

7. Schon bald kam die Fasnet, bei der ich zwar tausend mal den "Oberndorfer Narrenmarsch" und "Disco-Pogo" erleiden musste, aber mit Tine doch viel Spaß hatte, egal ob ich als Schneewittchen, Marienkäfer, Steinzeitmensch, Prinzessin, Cowgirl oder als ich selber verkleidet war.
 

8. Skifahren war ich auch noch! Naja, ein Kapitel, dass ich eher verdränge, denn gefahren bin ich nicht wirklich. Skistehen war bei mir angesagt! Zwar noch keine Trendsportart, aber ein guter Tip für Menschen mit Höhenangst ;-) Hier übrigens Christofs Vlog zu diesem Thema.

9. Und nun? 
Was nun mit mir ist, wie es mir geht, was ich so tue und erlebe, erfahrt ihr natürlich weiterhin in geregelten Abständen und zwar wie bereits oben erwähnt bei meinem alten Blog Schuhtick.

So abgedroschen es auch klingen mag, möchte ich mich dennoch bei allen bedanken, die mich bei meinem Auslandssemester unterstützt und begleitet haben, die es mir ermöglicht haben diese einzigartige Erfahrung zu machen und so wundervolle Menschen kennen zu lernen, wie ich es getan habe. Ich danke auch Belfast, für die unzähligen Shoppingstunden, die ich dort verbringen konnte und auch für seinen rauhen Charme, der mich erst langsam zu seinem Fan werden lies, das ich aber nun tief in mein Herz geschlossen habe.
Ich freue mich jetzt schon auf eine baldige Rückkehr und bis dahin vertreibe ich mir die Zeit damit, von gutem Guinness zu träumen und schlechtes (naja, nicht ganz so gutes) zu trinken!

Bis dahin!
Macht es gut!
Liebes Grüßle,
eure Wee Vicki

Dienstag, 6. Oktober 2009

Country Girl is back!

Hallo meine Lieben,
ja, ich bin wieder in der Zivilisation angelangt! Und um ehrlich zu sein bedauere ich es zutiefst, dass mich das triste Belfast wieder hat!
Das Wochenende bei Sara war unglaublich schön! Nicht nur, dass ihre Familie Emmi (eher bekannt als Nora Tschirner) und mich sehr herzlich empfangen hat, nein, ich konnte auch mal richtig ausschlafen und das sogar ohne meine Oropax. Sion Mills, der Ort in dem Sara lebt, ist wunderschön. Oder anders gesagt: ich kam mir vor, wie in einem Jane Austen oder Rosamunde Pilcher Roman! Die Landschaft ist der Wahnsinn! Aber seht selbst!





Sara hat sich als toller Tourguide herausgestellt und uns in Londonderry /Derry auf die Spuren des Nordirland Konflikts gebracht. Die Stadt, die von Protestanten Londonderry genannt wird, weil diese stehts zur Krone halten, also zum Vereinigten Königreich Großbritannien und von den Katholiken nur Derry genannt wird, stellte sich nicht nur als historisch interesant heraus, sondern punktete bei mir mit seinem besonderen Charme!
Hier noch mal ein paar Eindrücke!













Ich hoffe ich konnte den Charme ganz gut einfangen. Nur noch mal zur Erinnernung: Sara lebt mit ihren Eltern, Großeltern und ihrem Bruder auf einem Bauernhof. Ich habe also die Bekanntschaft von ca. 100 der 250 Kühe gemacht, des Weiteren ihre 2 Katzen und 2 Hunde kennen gelernt. Kurz gesagt, ich hatte genügend Gesellschaft übers Wochenende.
Den Samstagabend haben wir ruhig im Pub begonnen und bei einer DVD ausklingen lassen. Am Sonntagmorgen waren wir mit Sara in der Kirche, wo ein Erntedankgottesdienst statt gefunden hat. Die Kirche war sehr schön dekoriert und es war wirklich nett den neuen Tag mit fröhlichen Liedern und einer Powerpoint Präsentation (vom Pfarrer gemacht) zu beginnen. Nach dem wirklich leckeren Mittagessen sind wir in den Ulster American Folk Park, ein Freilichtmuseum, das stark an die Voghtsbauernhöfe erinnert, jedoch mit echten Schauspielern besetzt ist und nicht mit besprochenen Kassetten funktioniert.

Auf der Rückfahrt nach Belfast haben wir noch einen kurzen Abstecher zum Belfast Castle gemacht, von dem man einen wirklich schönen Blick über Belfast hat. Hier der Beweis:





Ich habe dieses Wochenende so viel erlebt, dass ich wahrscheinlich die Hälfte davon vergessen habe zu berichten, aber es kommt dann nach und nach!

Wovon ich euch jedoch erzählen kann, ist das Tanztraining zu Panto, bei dem ich gestern das ersten Mal war. Es hat echt Spaß gemacht, worüber ich mir jedoch nicht bewusst war ist, dass ich da auch singen muss. Für die ganz Neugierigen von euch: Wir singen und tanzen zu "Go go go Joseph" aus dem Musical "Joseph", jedoch mit anderem Text und auch zu "We go together" aus "Grease" (beides auf Youtube zu finden!).

Ich berichte sobald ich wieder etwas Zeit habe weiter!

Bis dahin, machts gut!
Liebes Grüßle,
eure Vicki

Mittwoch, 30. September 2009

Here comes the Dancing Queen

Hallo meine Lieben,
es hat sich mal wieder einiges getan hier! Nicht nur, dass ich endlich meine ersten Vorlesungen besucht habe (die Dozenten sind noch seltsamer als bei uns in Deutschland, vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass hier nicht am Ende geklatscht oder geklopft wird), nein ich habe auch zum ersten mal HipHop getanzt (mehr oder weniger gut) und, jetzt haltet euch fest: ich bin in die Tanzgruppe von Panto (Mischung aus Musical und Comedy, sehr populär in Nordirland) aufgenommen worden. Unglaublich, aber wahr, von 48 Teilnehmern am Vortanzen, gehöre ich zu den 24 Glücklichen, die ab Montag jede Woche zwei mal Training haben, um dann Ende November sieben Tage lang zwei mal am Tag vor riesen Publikum aufzutreten!
Zienmich viele Zahlen, ich weis, aber das Wichtigste ist, ich darf tanzen und ich lass es euch sehen, falls ich jemandem zum Filmen bekommen!

Zu meinen Vorlesungen: wie schon erwähnt sind die Dozenten etwas seltsam, bzw. ich weis noch nicht genau, ob sie seltsam, oder einfach nur komisch sind! Und mit komisch meine ich, dass ich mich heute recht häufig am Tisch festhalten musste, um vor Lachen nicht hinzufallen. Ich sag nur: der irische Humor ist wirklich unterhaltsam!
In den Vorlesungen haben wir recht viel über den Nordirland-Konflikt erfahren, was für mich wirklich interesannt war, weil ich abgesehen vom Term IRA keine Ahnung von der ganzen Sache hatte. Ich find es wirklich erschreckend und traurig zu gleich, wie Menschen sich aufgrund ihrer Religion bekriegen!
Nicht erschrecken, denn jetzt kommt etwas nordirische Geschichte.
Im August 1969 begannen sich die irischen Katholiken mit den britischen Protestanten zu bekriegen. Belfast war Mittelpunkt des Ganzen und aufgeteilt in katholische und evangelische Bezirke. Kurz gesagt es dauerte 30 Jahre bis zum Frieden und kostete etwa 3000 Menschenleben.
Es ist erstaunlich, wie offen die Menschen hier darüber reden können, wenn man bedenkt, dass hier vor 10 Jahren noch Krieg herrschte, aber das ist wohmöglich das einzige Mittel, um zu verhindern, dass wieder ein Glaubenskrieg ausbricht. Noch immer leben Christen, die eigentlich den gleichen Glauben, an einen Gott haben seperat voneinander. Kinder gehen entweder in katholische oder evangelische Kindergärten und Schulen, lernen sich erst auf der Uni kennen und leben bis dahin in einer abgeschotteten Welt. Auch wenn es beim Laufen durch die Stadt nicht offensichtlich ist, so herrscht hier dennoch eine Art Untergrundkrieg, was ja auch in den Medien immer wieder zu vernehmen ist.
Ihr fragt euch bestimmt, warum ich euch mit einem so schweren Thema belästige. Ich denke einfach, dass es wichtig ist  über solche Dinge bescheid zu wissen, darüber nachzudenken und sie zu verhindern. Mich beschäftigt das Ganze sehr und irgendwie fühle ich mich an die Spaltung Deutschlands erinnert, die vom Staat verursacht wurde und für die die Menschen nichts konnten. Hier sind es jedoch die Menschen und nicht nur der Staat gewesen, die es zu einer, nennen wir es mal Aufsplittung des Landes haben kommen lassen. Erschreckend, wie ich finde! Heute ist Belfast zwar nicht die schönste, aber dafür die sicherste Stadt Europas! Überall wird an die Menschen und den "Conflikt", wie die Katholiken, oder die "Troubles", wie es Protestanten nennen, erinnert.
Passiert man Ost Belfast, so stößt man auf die sogenannten Murals, Wandmalereien, die an die Toten des Krieges erinnern:











Genug davon! Ich hab noch eine Nachricht! Hier ist die Schweinegrippe ausgebrochen, aber macht euch keine Sorgen, denn überall steht Desinfektionsmittel herum und ich habe außerdem einen Swineflufriend, oder besser gesagt sogar zwei! Wer sie sind und was ihre Aufgabe ist, erklär ich euch ein anderes mal, denn ich gehe jetzt noch ein GuteNachtGuinness trinken!

Bis dahin!
Machts gut!
Liebes Grüßle,
eure Vicki